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Aktuelle Korrekturverfahren

Aktuelle Korrekturverfahren

Seit etwa 60 Jahren werden weltweit Trichterbrustkorrekturen durchgeführt. Die wesentlichen Entwicklungen betreffen dabei die Operationsmethoden und das Patientenalter.

Offene Korrekturverfahren (z.B. nach Ravitch, Rehbein, Adkins) verbreiteten sich weltweit etwa zeitgleich, waren jedoch mit großem Aufwand, sehr großen Schnitten und Narben, manchmal umfangreichen Metallkonstruktionen und oft unbefriedigenden Ergebnissen verbunden. Zudem wurden Kinder in sehr frühem Alter operiert, was häufig zu Wachstumsstörungen des Brustkorbes führte. Die meisten in der Literatur beschriebenen Methoden sind heute verlassen oder finden nur noch in seltenen Fällen Anwendung. Die “Erlanger Schule” geht auf Prof. Hegemann zurück, der nach einem Vorschlag von Wallgren und Sulamaa (Helsinki) 1958 die ausgiebige Mobilisierung der Brustwand durch Knorpel-Segmentresektionen und die Stabilisierung durch dünne Stahlbügel einführte und damit erstmals zuverlässig gute Erfolge erzielte.
Inzwischen haben sich Methoden mit wesentlich kleinerem Zugang und geringerem Operationstrauma durchgesetzt. Zu den erfolgreichsten gehören die
minimalisierte Erlanger Korrekturmethode (MEK nach Hümmer), eine Weiterentwicklung innerhalb der Erlanger Schule, die bei deutlich reduzierter Invasivität und Schnittlänge dennoch individuelle Anpassungen bei ausgeprägten und komplexeren Deformitäten zulässt. (OP Methoden-MEK). Die
minimal-invasive Korrekturmethode (minimally invasive repair of pectus excavatum; MIRPE) nach Dr. Nuss, Norfolk, VA, eignet sich speziell für symmetrische Formen der Trichterbrust und bei jugendlichen Patienten (Link OP Methoden MIRPE).

Beide Methoden finden heute bevorzugt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen Anwendung, bei Kindern und Säuglingen sind sie die absolute Ausnahme. Am Brustwandzentrum Düsseldorf werden diese Verfahren nach individueller Beratung in einer eigens hierfür eingerichteten Spezialsprechstunde vom Team der Klinik für Kinderchirurgie unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. habil. B. Reingruber am Florence-Nightingale-Krankenhaus der Kaiserswerther Diakonie durchgeführt.