Asymmetrische Trichterbrust

asymmetrische Trichterbrust

asymmetrische Trichterbrust

Neben einer äußerlich deutlich erkennbaren Drehung des Brustbeins nach rechts oder seltener links sind auch weitere Partien des Brustkorbes von der Asymmetrie betroffen. Die Rippenansätze sind mehr oder weniger tief eingezogen,  die Rippenbögen ungleich hervorstehend, zusätzlich kann auf der einen Seite die gesamte Brustwand tiefer liegen. Das Herz und die großen Blutgefäße sind dabei zur Gegenseite hin verlagert. Fließende Übergänge bestehen zur kombinierten Kiel-Trichterbrust, bei der die vertikale Einwärtsdrehung des Brustbeins zusätzlich zu einem mehr oder weniger deutlichem Hervortreten der Rippenknorpelansätze auf der Gegenseite führt.

Die Asymmetrie der vorderen Brustwand überträgt sich auch auf die Wirbelsäule. Gehäufte Rückenschmerzen können die Folge sein.

Nicht selten ist die Asymmetrie bei einer Trichterbrust nicht Ursache, sondern Folge einer Wirbelsäulenverkrümmung (Kypho-Skoliose), die wiederum verschiedene Ursachen haben kann. Vor der Trichterbrustkorrektur sollten daher die Möglichkeiten einer Skoliosebehandlung geprüft werden. Andernfalls ist mit einer anhaltenden Fehlbelastung der Brustwand und daher mit gehäuften Rückfällen (Rezidiven) zu rechnen.

Zur exakten anatomischen Beurteilung der Deformierung sind äußere und innere Messpunkte definiert. Die äußeren Messverfahren sind mit geringem Aufwand z. B. in der Sprechstunde durchführbar und eignen sich besonders für die Verlaufsuntersuchungen vor, während und nach der Behandlung. Definierte äußere Meßwerte sind Grundlage des „Trichterbrustindex“ (TBI; nach Hümmer). Bei der Vorbereitung zur Korrekturoperation sind zusätzliche Schnittbilduntersuchungen des Brustkorbes unverzichtbar. Um Röntgenstrahlen zu vermeiden, werden diese heute in MRT-Technik durchgeführt. Die so ermittelten inneren Messpunkte fließen in den Haller-Index (HI) ein und korrelieren eng mit dem TBI. Zudem läßt sich mit dem MRT ein Bezug zu den Brustorganen und den großen Blutgefäßen herstellen.
In der Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie, Bodyplethysmographie) werden Veränderungen untersucht, die durch Verziehungen und Einengungen der Atemwege und der Lunge entstehen.
Bestandteile der Herzuntersuchung sind neben Ruhe- und Belastungs-EKG die Untersuchung der Herzhöhlen und deren Blutströmung mit dem Ultraschall (Echokardiographie). Bei einer Trichterbrust werden dabei nicht selten Funktionsstörungen der Herzklappen (z.B. Mitralklappenvorfall, Trikuspidalklappenverengung) erkannt, die auch eine häufig geäußerte Konditionsschwäche erklären können. Mit der operativen Korrektur können einige dieser Störungen nachweislich beseitigt oder deutlich verbessert werden.