Kielbrust

Kielbrust rechtsbetont

asymmetrische rechtsbetonte Kielbrust

Die Kielbrust (pectus carinatum; pigeon chest) wird meist später als die Trichterbrust erkennbar. Im Rahmen des präpubertären Wachstumsschubes kann sich aus einer zunächst diskreten Vorwölbung des Brustbeins innerhalb weniger Monate eine entstellende Deformität entwickeln. Sie tritt ebenso häufig wie die Trichterbrust familiär auf, wobei im Stammbaum Kiel- wie auch Trichterbrustmanifestationen als Ausdruck einer gemeinsamen zugrunde liegenden Störung zu finden sind.

Bei den symmetrischen Formen liegen das Brustbein, bei den asymmetrischen vorwiegend die benachbarten Rippenansätze deutlich über dem normalen Brustwandniveau. Das Brustbein ist hierbei zur prominenten Seite hin verdreht. Seitliche Anteile der Brustwand und der Rippenbögen können dabei abgeflacht bzw. eingezogen sein. Eine weitere Variante stellt der sog. „Faßthorax“ (barrel chest) dar, der durch eine konzentrische Vorwölbung der gesamten vorderen Brustwand gekennzeichnet ist.

Körperliche Beschwerden und objektive Leistungseinschränkungen bestehen seltener als bei der Trichterbrust. Im Vordergrund steht dabei häufig die Fehlbelastung der Wirbelsäule, in deren Folge speziell bei den asymmetrischen Formen chronische Schmerzen entstehen können. Auch wenn theoretisch mehr Raum im Brustkorb für Herz und Lunge zur Verfügung steht, kann die Atemmechanik gestört sein. Folglich sind neben den körperlichen Beschwerden und der psychischen Belastung durch eine äußerlich sehr auffällige Brustwandform auch Lungenfunktionstests sinnvoll und bei der Behandlungsentscheidung zu berücksichtigen.