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MIRPE

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Minimally invasive repair of pectus excavatum (MIRPE); Schemazeichnung aus der Originalpublikation von Dr. D. Nuss

Ziel der minimalinvasiven Trichterbrustreparation („minimally invasive repair of pectus excavatum“; MIRPE) ist es, mit der Hebelwirkung eines von der Seite eingbrachten kräftigen Metallbügels, das Brustbein von innen nach vorne zu drücken. Das formgebende und stabilisierende Implantat lastet dabei seitlich auf den unterkreuzenden Rippenanteilen und wird dort von der Brustwandmuskulatur bedeckt.

 

Zusammenfassung der einzelnen Operationsschritte

1. Die Festlegung der späteren Bügellage orientiert sich am tiefsten Trichterpunkt. Der entsprechende Zwischenrippenraum wird markiert, in dieser Höhe erfolgen die Hautschnitte beidseits an der seitlichen Brustwand.

2. Spiegelung der Brusthöhle (Thorakoskopie)

3. Thorakoskopisch kontrolliertes Einführen eines Spezialinstrumentes in das spätere Bügellager. Dieses wird zunächst auf den Rippen vorgeschoben, dann durch den definierten Zwischenrippenraum in die Brusthöhle eingebracht und vor dem Herzbeutel und hinter dem Brustbein vorbei, über die Gegenseite in gleicher Höhe wieder ausgeführt.

4. Ein mithilfe einer Schablone vorgebogener kräftiger Metallbügel wird nun anstelle des Spezialinstrumentes in den Brustkorb eingefädelt. Der Bügel liegt dem Brustbein analog des Trichters, also zunächst konkav, von innen an.

5. Durch eine axiale Drehung des Bügels um 180° kommt es nun zu einem Hebeleffekt, der das Brustbein nach vorne drückt.

6. In Abhängigkeit der Stabilität, der Form und weiterer individueller Faktoren können auch 2 Metallbügel eingebracht werden.

7. Anbringen mindestens eines seitlichen Stabilisators zur Vermeidung einer späteren unbeabsichtigten Drehung des Metallbügels zurück in die Ausgangsposition.

8. Überprüfung der Lunge und des Herzbeutels mit erneuter Brustkorbspiegelung. Diese Instrumente werden dann entfernt, gelegentlich wird eine Saugdrainage in die Brusthöhle eingelegt.

9. Verschluss aller Wunden mit selbstauflösenden kosmetischen Nähten. Elastokompressiver Stützverband für wenige Tage.

Die Entfernung der Metallbügel erfolgt üblicherweise nach 3 Jahren von der Seite des Stabilisators aus über den ehemaligen Hautschnitt an der seitlichen Brustwand. Dieser Eingriff kann für Nachkorrekturen (Narben, Knorpelvorsprünge) oder Zusatzeingriffe (Rippenbogenkorrekturen, Brustimplantate) genutzt werden.