Home
Physiotherapie und Belastbarkeit nach der Operation

Physiotherapie und Belastbarkeit nach der Operation

In den ersten Wochen nach der Operation ist bewusst aufrechte Körperhaltung und Liegen bevorzugt in flacher Rückenlage zu empfehlen. Aufstehen sollte über Seitenlage erfolgen.

Aufrechte Sitzposition, unterstützt z.B. durch Keilkissen, ist von größter Bedeutung.

Extreme Bewegungen in der Wirbelsäule, ruckartige Körperdrehung, Biegung und Scherkräfte sowie einseitige Belastung der Arme (z.B. einseitiges Heben, Anheben über 90 Grad) sind zu vermeiden. Lasten sind bevorzugt als Rucksack (bis 5 kg) zu tragen.

Beim Einsteigen ins Auto sollten Sie Verdrehung des Oberkörpers vermeiden. Die Anschnallpflicht gilt unbeschränkt! Führen eines Kraftfahrzeugs ist bei Beschwerdefreiheit ab 10 bis 14 Tage nach dem Eingriff möglich. Dabei sollte „defensiv“ und mit erhöhtem Sicherheitsabstand (Vermeiden scharfen Bremsens!) gefahren werden. Lange Strecken sind durch häufige Ruhepausen (Entspannungsübungen alle 1 bis 2 Stunden!) zu unterbrechen. Falls noch starke Schmerzmittel erforderlich sind, kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigt sein und darf der Betroffene nicht selbst fahren!

2 Wochen nach der Operation: Sie sollten die in der Klinik erlernten Übungen selbständig fortsetzen, zusätzlich mit leichtem Hantel- und Konditionstraining (forciertes Wandern, dann Jogging, Fahrradergometer) beginnen. Längere krankengymnastische Anleitung ist nur vereinzelt (nach hausärztlicher Verordnung) erforderlich.

3–4 Wochen: Beginn mit Büroarbeit (aufrechtes Sitzen! Sitzfläche nach vorne kippen!) und Radfahren (sichere Strecken; Stürze vermeiden!). Nur bei einwandfrei verheilter Wunde nach der 4. Woche Beginn mit Kraftübungen, z.B. Theraband ohne Rumpfdrehung! Zu frühes Krafttraining kann durch starke Spannung vereinzelt noch nach 4 Wochen zum Aufplatzen einer Wunde führen.

4–6 Wochen: Seitenlage bei Schmerzfreiheit erlaubt.

7–8 Wochen: Bauchlage bei Schmerzfreiheit. Rückenübungen in Bauchlage. Weiterhin ausschließlich symmetrische Belastungen (z.B. Rucksack, jetzt 10 kg). Brust- und Rückenschwimmen ohne wesentlichen Armeinsatz; Kraulen bleibt verboten!

9 Wochen: Liegestützen an der Wand; Vierfüßlerstand.

12 Wochen: Volle Belastbarkeit nach Stabilitätskontrolle in der Trichterbrustsprechstunde oder durch einen Orthopäden! Bei anhaltenden belastungsabhängigen Schmerzen ist vorläufig weitere Schonung angezeigt! Ansonsten ist schrittweise gesteigertes Ausdauertraining zu empfehlen.

Es kann im Einzelfall länger dauern, bis der Patient wieder volles Vertrauen in seine Belastbarkeit hat. Einzelne Patienten geben trotz guten Ergebnisses weiterhin Engegefühl spontan oder bei tiefer Einatmung an. Krankengymnastische Betreuung/Physiotherapie und manchmal auch Psychotherapie können helfen, diese Phase überwinden.